Manifesto

Eine der schwierigsten Fragen, die man mir stellen kann ist die: „Was bietest Du eigentlich Deinen Kunden an, Martin?“ Alle klassischen Begriffe öffnen leider Schubladen, die mich eben nicht zutreffend beschreiben . Egal ob Berater, Coach, Moderator, Trainer … passt alles nicht. Influencer finde ich anmaßend, das müssen andere entscheiden. Unternehmer, ja, das war ich in allen beruflichen Rollen unabhängig von meiner jeweiligen Rolle. Aber mit dem Begriff kann die Allgemeinheit wenig anfangen, zu vielfältig und kontextgebunden sind Lebensbilder dazu.

Ja, ich begleite und berate Organisationen, Teams, Projekte oder Personen, ich moderiere Workshops und Veranstaltungen jeder Größe, biete Ausbildungen und Schutzräume für Lernen und Experimentieren an. Ich freue mich über Gelegenheiten zu Impulsen, Vorträgen und inspirierenden Keynotes im Rahmen von Veranstaltungen verschiedener Art.
Doch wichtiger als das WAS ich tue ist WIE ich es tue. Meine Persönlichkeit, meine Erfahrungen und meine Unabhängigkeit sind mein Produkt und meine Story. Jenseits aller Methoden und Lösungswege, die ich in Theorie und eigener Praxis sehr gut kenne, bin ich jemand, der mit Ihnen wie in einem Bauhaus gestaltet, nach neuen Ideen und Sichtweisen sucht, um Nutzen für Sie, für das Umfeld der gestellten Aufgabe zu finden.

Mein „Leitmaskottchen“, meine Identifikationsfigur ist der konstruktive Irritierer, siehe dazu den Beitrag hier. Nützliche Beratung beobachtet und lernt. In dynamischer Umgebung verändert einzig Erkenntnis etwas. Wenn ich begreife, was ich vorher nicht begriffen habe oder über etwas bisher für selbstverständlich Gehaltenes neu nachdenke, dann bin ich jemand anderes. Was ich begreife, macht mich anders! Deshalb ist „verstehen lernen“ der innovative Beratungsansatz! Wenn ich etwas kapiert habe, kann ich nicht mehr das Gleiche machen wie gestern. Ich arbeite gerne mit Denkwerkzeugen, die Probleme verstehen helfen aber das Denken und Entscheiden denen überlassen, die es angeht. Je klüger ich werde, umso klarer erkenne ich eigene Grenzen. Beratende Begleiter sind nicht schlauer als die anderen. Doch sie können andere bei ihren Irrtümern zuschauen lassen. So lernen alle dazu und der Kunde hat seinen Nutzen.

Meine Hauptrollen sind die des Augenöffners und die des „Spinners“ von Ideen und Netzwerken, der immer eine überraschende oder verborgene Tür sieht, die noch niemand zu gehen wagte. Meine Lebensphase darf man mit den vielen Lebensrollen als erfahren oder weise bezeichnen. Provokant formuliert: Ich bin in der komfortablen Lebenssituation zu arbeiten, weil ich Spaß daran habe. Ich müsste nicht, wenn ich nicht wirklich wollte! Das macht sehr unabhängig. Dazu bringe ich Leidenschaft in Projekte ein, als unabhängiger und dynamischer Vertreter der Interessen dessen, wofür man mich engagiert.

„Ich mache mich gerne zum Narren, nur um zu beweisen, dass ich kein Idiot bin.“
Im Mittelalter gab es an jedem Hof eine Instanz der Vernunft, die mit Verstand, Gespür für die handelnden Personen sowie ihr Umfeld Tun und Denken überprüfte: der Hofnarr. Er war der Einzige, der es wagen konnte die Wahrheit zu sagen, zu widersprechen, Spiegel vorzuhalten, neue Richtungen zu denken.

Der Hofnarr ist der Joker aus dem Kartenspiel – immer dann einsetzbar, wenn die passende Karte nicht zur Hand ist, furchtlos, für jedes Thema, für jedes Projekt verwendbar, erfahren, weise – immer passend und richtig am Platz.
Konstruktive Irritierer haben Ähnlichkeiten mit ihren mittelalterlichen Vorfahren. Sie wissen, worauf es ankommt, sie nehmen andere Sichtweisen ein, bewegen sich professionell in komplexen Kommunikationssystemen, sie sind weder Guru noch Besserwisser, stattdessen verantwortungsbewusst Mitsuchende auf dem Weg zu persönlichem und organisationalem Wachstum.

Ich habe vielfältige Rollenerfahrungen gemacht. Ich war selbst leitende Führungskraft und habe meine Erfahrungen im Optimieren von Systemen und Prozessen gemacht, um Leistung und Rentabilität zu steigern. Wer nachdenkend mit offenen Augen durch dieses System gegangen ist, erkennt die Grenzen dieser Vorgehensweise. Heute ist die Zeit, uns Ideen für Innovationen zuzuwenden, uns mit neuen Denkweisen in einem dynamischen, komplexen Umfeld zu bewegen.

Die Anforderungen an lernende Beratung und lernendes Coaching verschieben sich von explizitem Methodenwissen hin zu einem „gewusst wie“, das Ausdruck einer tiefen Einbindung in die impliziten Denk- und Verhaltensstrukturen der Systeme seiner Kunden ist. Gute Beratung ist nicht „Ich weiß wie es geht“, sondern das Eintauchen in einen gemeinsamen Lernprozess. Darin werden Sie mich als einen erfahrenen, vertrauenswürdigen, aktiven, kreativen und verantwortungsvoll Mitsuchenden erleben, der sich einbringt, ehrliche Rückmeldungen gibt, Zäune einreißt und Brücken baut, andere aus seinen Irrtümern lernen lässt.

Das kann ein guter Berater nur außerhalb der industriemäßig aufgestellten großen Beratungsgesellschaften leisten, weil in dieser Rolle talentierte Menschen benötigt werden, nicht große Namen oder ausgefeilte Methoden.

Die Arbeit mit Menschen ist weder Erziehungs- noch Therapieauftrag. Menschen als Objekte meiner Arbeit zu sehen bricht mit dem heiligen Grundsatz: Augenhöhe! Kunden und Partner sind immer selbstständige Subjekte mit all ihrer Persönlichkeit, ihren Talenten und Macken. Ich nehme sie so wie sie sind, ohne Ansehen von äußeren Merkmalen, Glaubensbekenntnissen, Orientierungen und Rollen. Augenhöhe ist Ausdruck einer tief verwurzelten Haltung. Beratung ist eben nicht die Rolle des Besserwissenden, der den Objekten seiner Arbeit erklärt, wo es lang geht. Lernende Beratung ist: Wissen, Können und Erfahrung teilen, wir werden kooperierend etwas finden, was wir als vorteilhafter ansehen als den Ausgangszustand. Und dann nie aufhören, immer besser zu werden.

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