Nicht heimkommen. Aufbrechen!
Manche sahen einen Abenteuerfilm.
Ich sah einen Menschen, der reifte.
Eine persönliche Filmbeobachtung über Odysseus, Kalypso und den Mut, im letzten Drittel des Lebens noch einmal aufzubrechen.
Manche sahen einen Abenteuerfilm.
Ich sah einen Menschen, der reifte.
Eine persönliche Filmbeobachtung über Odysseus, Kalypso und den Mut, im letzten Drittel des Lebens noch einmal aufzubrechen.
Manche Urlaube enden nicht mit der Heimreise. Sie hängen noch eine Weile im Kleiderschrank.
Eine augenzwinkernde Geschichte über Ringelpullis, Erinnerungen und einen kleinen Orden, dessen Mitglieder sich wortlos erkennen.
An der Somme beobachte ich eine riesige Schafherde, die bei ablaufendem Wasser zum Priel zieht und scheinbar Brackwasser trinkt. Zunächst wirkt das rätselhaft. Die Szene erinnert mich an Bernhard Grzimeks Serengeti-Filme – eigentlich fehlen nur noch die Krokodile. Erst später, beim Blick auf die Speisekarte mit dem allgegenwärtigen Salzwiesenlamm, fügt sich alles zusammen: Schäfer und Schafe kennen den Rhythmus der Gezeiten. Getrunken wird kurz vor Niedrigwasser, wenn der Salzgehalt niedrig genug ist. Die Schafe leben von Queller und den salzigen Pflanzen der Salzwiesen – sie “salzen” sich gewissermaßen selbst. Eine kleine Geschichte über Beobachtung, Kontext und die Weisheit einer Landschaft.
Eigentlich möchte ich auf dem Markt von Vannes nur einen Kaffee trinken. Stattdessen gerate ich zwischen einen rätselhaften Kaffeewagen mit alten Gewürzschubladen, eine dampfende Röstmaschine aus einem Jules-Verne-Roman und einen Mann, der seinen Kaffee über glühender Kohle röstet. Aus einem einfachen Kaffeewunsch wird eine Begegnung mit Menschen, die ihre Leidenschaft teilen – und aus einer Tasse Kaffee wird eine Geschichte.