1. September 2020

Kommt ganz drauf an!

Wieso dürfen Große Dinge tun, die Kleinen verboten sind? Warum eigentlich durfte der kleine Martin an manchen Tagen eine ganze Tafel Schokolade essen, die an anderen Tagen auf ein paar Stücke rationiert war? Warum war es ok, auf dem Bolzplatz derbe Sprache rauszuhauen, die zu Hause oder in der Schule besser nicht Eltern oder Lehrern zu Ohren kommt? Im Zeltlager durften die Fingernägel beim Essen rustikaler aussehen als am Sonntagsmittagstisch zu Hause und als 16jähriger durfte ich ohne Standpauke später nach Hause kommen denn als 11jähriger. Ganz zu schweigen von den belauschten Witzen, die in Erwachsenenrunden kursierten. Unsereins hätte für die Verbreitung solcher Geschichten seinerzeit einen Satz heiße Ohren bekommen. Wenn die das dürfen? Wieso nicht ich? Kommt eben ganz drauf an! Dieser Satz überstimmt sogar die hoch hängende Moral von der Gerechtigkeit. Muss also was Bedeutsames sein!

9. August 2020

Merksätze für eine gute Suppe, Projekte, ein Unternehmen, eine Revolution und das Leben

Wie kann es sein, dass vieles von dem, was heute Gedanken prägt und erfolgreich macht, gar nicht wirklich neu ist? Wie konnte ich manches für banal Gehaltene so lange übersehen? Ich habe wohl oft den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen, doch nun, HEUREKA!, besser spät als nie. Vielleicht brauchen manche Dinge einfach Zeit und können mit mit jugendlich übermütigem Fingerschnipsen noch nicht gelingen. Bedeutsame Merksätze brauchen Jahre, um ihre Bedeutsamkeit zu erspüren, danach Jahrzehnte, bis man sie wirklich verstanden hat. Verstehen reicht nicht, es ist notwendige aber nicht hinreichende Bedingung. Man muss sie lebensnah statt besserwisserisch weitergeben können, sonst bleiben sie wirkungslos. Wenn man es soweit glaubt geschafft zu haben, das Aufschreiben im Blog eine Kleinigkeit. Freunde raten mir zu einem Buch, ich schreibe lieber hier und mache eine Fortsetzungsgeschichte draus.

7. August 2020

Die Blindheit vor dem Spiegel

Unterscheiden ist ein wichtiges Mittel der Begriffsbildung. Ohne Unterscheidung und Bezeichnung läuft nichts, ja nicht einmal nichts. Der Reflex, jede Unterscheidung mit einer Bewertung zu verbinden ist zum festen Bestandteil unseres Weltbildes geworden. Das nennen wir auch „schwarz-weiß-Denken“, es ist mechanistisch wie überhaupt das Denken in unserer industrialisierten Welt. In asiatischen Kulturen zum Beispiel gilt eher die Maxime „lerne unterscheiden ohne zu trennen“. Das Problem ist nicht der Schatten anderer Sichtweisen, sondern der eigene!  Dabei geht es nicht um Egalisierung oder irgendeine „goldene Mitte“! Wir müssen unterscheiden und verstehen lernen, ohne in das trennende Gut-Böse-Schema zu verfallen.

28. Juli 2020

Vom Mindsetter zum Gehirnwäscher

Du hast es bestimmt schon, das richtige. Blöd nur, leider nicht alle. Warum bin ausgerechnet ich umgeben von Leuten mit dem falschen? Ich rede vom Mindset. Das, woran immer wieder gut gemeinte Projekte scheitern, Vorstände, Berater und Neujahrsvorsätze verzweifeln. Abhilfe schafft ein Lehrgang zum zertifizierten Mindsetter. Motivation als Salbe gibt es gottlob schon, nun endlich auch die Ausbildung zum Mindsetter. Nicht irgendeines, kein beliebiges, nicht irgendeines. Nein, das einzig richtige, das wahre Mindset natürlich. Doch ein paar wenige Gedanken sollten die Begeisterung darüber schnell verfliegen lassen.

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