Medien stehen unter Druck: Aufmerksamkeit schlägt Einordnung, Zuspitzung schlägt Differenz. Soweit bekannt. Weniger sichtbar sind neue Formate, die auf Einordnung ganz verzichten. Daraus genau ziehen sie ihre Wirkung. Sie geben Raum, stellen Fragen, wirken neutral, sie sind es aber nicht. Denn auch ohne Widerspruch wird ausgewählt, gerahmt und verstärkt.
So entsteht eine neue Form von Einfluss: Haltung, tarnt sich als Abwesenheit von Haltung. Die Folge: Nicht allein Medien, wir selbst tragen immer mehr Verantwortung für den Diskurs. Demokratie lebt davon, dass wir miteinander sprechen, nicht nur beobachten.