Opa

Wenn Zukunft einen Namen bekommt …

Aus dem bevorstehendem ersten Geburtstag des Enkelkindes entsteht ein Text über Zukunft, die plötzlich ein Gesicht und einen Namen bekommt. Ausgangspunkt ist keine große These, sondern eine kleine, präsente Szene: heißer Sommertag, pinkfarbenes Planschbecken, Wasser von oben, ein juchzendes Kind – und mehrere Generationen, die sich anstecken lassen.
Der Text lebt vom Spannungsfeld der siamesischen Zwillinge Spaßopa und Verantwortungsopa. Der eine spielt, macht Quatsch, schafft eigene großelterliche Regelräume, liest vor und verteidigt seinen Ehrentitel „Blaubär“ als Geschichtenerzähler. Der andere weiß: Dieses Kind wird viel mehr Zukunft erleben als er – und daraus entstehen Liebe, Verantwortung und auch Wut auf alles, was ihr diese Zukunft beschädigen könnte.
Die Kleine ist nicht die Fortsetzung des Opas mit neuem Gen-Mix. Sie soll widersprechen, sich lösen, ihre eigene Welt bauen. Erwachsene halten, damit Kinder loslassen können. Was der Opa mitgeben kann: Neugier, Skepsis, Freude am Lernen, Verschiedenheit – und die Gewissheit, dass man im Leben auch juchzen darf. Ich bin dabei.