Schwitzen oder Pfeifen – Selbst-Entwickler bei der Arbeit

 

Als ich gefragt wurde, ob ich Lust hätte an dieser Veranstaltung teilzunehmen, habe ich mich an folgende Geschichte erinnert:

Jemand fand endlich zu einem Weisen, von dem gesagt wurde, dass er Macht über Glück und Unglück besäße.

Der Besucher fragte:   „Was bedeutet für Sie Glück?“  Der Weise antwortete: „ Oft denkt man, die Dinge entwickeln sich schlecht, doch sie wenden sich zum Guten. Das nennt man dann häufig Glück.“

Der Besucher fragte: „ Und was bedeutet für Sie Unglück?“

Der Weise antwortete: „ Umgekehrt denkt man oft, dass die Dinge sich gut entwickeln, aber dem entgegen wendet sich alles zum Schlechten. Das nennen die Menschen häufig Unglück.“

„Gibt es außer Glück und Unglück noch etwas anderes?“

Der Weise sagte: „ Ja. Man kümmert sich weder um Glück und Unglück und versucht aus allem zu lernen und etwas Brauchbares und Befriedigendes zu machen.“

Wenn man also Glück sucht, sollte man also am besten in sich gehen und suchen. Es soll Menschen gegeben haben, die in sich gegangen sind und nichts gefunden haben. Okay, das ist blöd und ein schlechter Scherz. Trotzdem: es ist nützlich Glück und Zufriedenheit im Leben und bei der Arbeit nicht als äußere Ereignisse anzusehen, sondern als eigene Lebensentscheidung. Dann hat man die Chance, in allem etwas Brauchbares und Befriedigendes zu erkennen. „Auf die Dauer nimmt die Seele die Farbe Deiner Gedanken an“ wusste schon der römische Philosoph Seneca.

Speziell bei der Arbeit geht heute nichts mehr ohne. Naja, okay. Das hängt wieder mit diesen Sichtweisen zusammen.

Die eine Denke: Das objektive Interesse der meisten Menschen ist, dass die Arbeit eine Existenzgrundlage bietet. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Das Bedürfnis hingegen ist, das mit möglichst wenig Aufwand zu tun – alles faule Hunde. Es gibt einige Studien, die behaupten dass 85% der Beschäftigten zwar ein positives Interesse an Arbeit in sich tragen, aber eben kaum ein positives Gefühl während der Arbeit entwickeln können. Damit sie trotzdem bleiben und nicht vor der Arbeit weglaufen gibt es via Gehalt externe Motivierung. Wenn durchschnittliche Ergebnisse im Markt genügen, ist das eine Möglichkeit.

Die andere Denke: Höchstleistung entsteht nicht (mehr) durch Motivierung. Sondern durch Motivation. Die entsteht, wenn es gelingt Bedürfnisse und Interessen zu harmonisieren. Statt für Geld (ok – auch) arbeitet man für (s)ein Werk. Ein Mensch ist in Resonanz mit einem Problem. Interesse und Bedürfnis (Gefühl = geile Sache) fallen zusammen. Wie Interessen haben auch Bedürfnisse eine Hierarchie. Sportler ignorieren den Schmerz beim Training. Das Bedürfnis nach sportlichem Erfolg und dem Applaus des Publikums ist größer als die Qual des harten Trainings. Der Anstrengung setzt man sich aus, weil ein anderes Bedürfnis wichtiger ist.

Der Wandel der Arbeit von überwiegend körperlicher Arbeit über Wissensarbeit zu kreativer Arbeit (ich denke dabei nicht an „Designer in einer Werbeagentur“. Kreative Arbeit ist: immer vor neuen Herausforderungen stehen, nur ein geringer Teil an Routinearbeiten) bedeutet, dass die innere Haltung entscheidend für die Qualität des Arbeitsergebnisses ist. Gute Ideen kommen eben nicht unter äußerem Druck, nur durch innere Begeisterung. Die zu finden ist wieder kein Glücksfall sondern setzt Selbst-Bewusstsein, Selbst-Vertrauen, Selbst-Verantwortung und Selbst-Überwindung voraus.

Dazu gibt es natürlich viel mehr zu sagen. Das spare ich mir für die Veranstaltung auf. Ich freu mich drauf.

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