Reisen

Bretonische Miniaturen – Welterbe auf dem Fussballplatz

Eigentlich wollte ich einen Blog über die Bretagne schreiben.
Das Vorhaben ist gescheitert. Zum Glück. Denn die Bretagne lässt sich nicht in einen einzigen Text packen. Sie besteht nicht aus Sehenswürdigkeiten, sondern aus Begegnungen. Aus Menschen, die ihre Arbeit mögen. Aus kleinen Geschichten, die sich weder planen noch erfinden lassen. Sie passieren einfach.

Ein Ringelpulli, der seinen eigenen Kopf hat. Ein Kassensystem, das von einer Verkäuferin mit Charme und Einfallsreichtum überlistet wird. Ein Kaffeeröster, der seine Bohnen erklärt wie andere einen großen Bordeaux. Ein Maler, dessen Bilder still darauf warten, entdeckt zu werden.Ein Dorf, das auf dem Fußballplatz tanzt, als gäbe es nichts Selbstverständlicheres auf der Welt.

Mir ist klar geworden: Ich möchte keinen Reisebericht schreiben. Ich möchte kleine Geschichten erzählen. Jede für sich vollständig. Jede mit einem Augenzwinkern. Jede eine Einladung, genauer hinzuschauen.

Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis der Bretagne. Sie drängt sich nicht auf. Sie erzählt. Und wenn man Glück hat, hört man zu.Die erste Miniatur beginnt auf einem Fußballplatz. Kenavo!

Der Nachtzug aus Lissabon fällt aus.

Eine poetisch geplante Rückreise von Lissabon über Madrid und Paris endet im dichten Geflecht europäischer Bahnrealitäten.
Zwischen Nachtzugromantik und Streckenchaos erlebe ich, warum klimafreundliches Reisen oft am System scheitert – und der Nachtzug nach (oder aus) Lissabon nur in der Literatur abfährt.