Alltag trifft Wissenschaft

Kann man nicht machen – Puffer, die emergieren

Wir haben das Rezept. Wir haben zugeschaut. Wir haben es nachgemacht. Die Puffer werden trotzdem nie so wie bei meiner Mutter. Vor Jahren habe ich bereits über die legendären Kartoffelpuffer meiner Mutter und über die Frage „Wissen und Können“ geschrieben. Eine Diskussion über Hartmut Rosas Buch Situation und Konstellation hat diese Erinnerung unerwartet in einem neuen Licht erscheinen lassen. Was haben Kartoffelpuffer mit Sprache, Situationskompetenz, Emergenz und dem Gelingen des Lebens zu tun? Eine kleine Reise von der Küche meiner Mutter zu den großen Fragen menschlicher Erfahrung.

Politik im Mathematik-Kostüm

Im politischen Leben taucht eine Denkfigur immer häufiger auf: die Behauptung, politische Entscheidungen seien mathematische Notwendigkeiten. Am Beispiel von Demografie und Sparpolitik zeige ich, dass Zahlen, Statistiken und Modelle zwar Zusammenhänge beschreiben können, aber keine Antwort auf die Frage liefern, wie wir künftig leben wollen. Gesellschaften entstehen nicht aus Gleichungen, sondern aus Vorstellungen. Ein Plädoyer für mehr politische Vorstellungskraft und weniger Sachzwangsrhetorik.

Das Universum ist nicht geistlos

Physik galt für mich lange als eine Mischung aus Formeln, Fremdwörtern und schulischen Traumata. Dann kam Gerd Ganteför. Und plötzlich denke ich über Quantenphysik, Entropie, Information und die Möglichkeit nach, dass das Universum vielleicht intelligenter und fremder ist, als unsere Weltbilder erlauben. Dieser Text ist keine Buchrezension. Eher ein staunender Spaziergang eines Nichtphysikers durch die großen Fragen nach Wirklichkeit, Bewusstsein, Zweifel und den Grenzen menschlicher Erkenntnis. Zwischen Gott mit Rauschebart und kosmischer Dampfmaschine eröffnet sich ein faszinierender Denkraum — philosophisch, humorvoll und manchmal existenziell verunsichernd.
Oder kurz gesagt:
Ein Physiker bringt einen Organisationsberater dazu, freiwillig über Quantenphysik nachzudenken. Das allein ist schon bemerkenswert.

„Alois, sag was!“ – Ein Zwischenruf zur Rückkehr ökonomischer Vernunft

Was haben Matratzen, Generationengerechtigkeit und ein vergessenes Schlagercover gemeinsam? Hier werden die gängigen Mythen über Staatsverschuldung auseinandergenommen – mit Humor, ökonomischem Tiefgang und einem beherzten Gruß an meinen alten VWL-Professor Alois. Was als Science Slam begann, wird zur Einladung, Wirtschaft neu zu denken: Nicht als Sparkassen-Broschüre, sondern als Werkzeug für Zukunftsgestaltung. Schulden sind keine Sünde – Stillstand schon.

Intuition und Systemwissen ergänzen sich!

Zwischen Bauchgefühl und Bürokratie: Meine Lektüre über den Disput zwischen Gigerenzer und Kahneman, da fällt mir ein gerade erhaltenes Schreiben der Notarin in perfektem Juristendeutsch ein. Ich denke spontan an eine Welt mit Unwucht, Bierdeckel und die philosophischen Grundlagen des Alltags. Eine kleine Geschichte über Intuition, Heuristik, Systemgrenzen und die kluge Entscheidung, Unterscheidungen ernst zu nehmen. Nicht immer, aber immer im richtigen Kontext.