Denkwerkzeug

Hart, aber fair. Führungsgrundsatz oder gut erzählte Illusion?

„Hart, aber fair“ , was bedeutet das eigentlich eigentlich in Führungsrollen? Der Beitrag zeigt, warum Fairness in Organisationen weniger eine moralische Kategorie ist als ein ständig neu zu führender Aushandlungsprozess. Führungskräfte entscheiden ohne Schiedsrichter, jede Entscheidung erzeugt Zumutungen. Ich plädiere dafür, Fairness nicht als Haltung, sondern als Beziehungsgeschehen zu verstehen: klar in der Sache, nah am Kontakt, und mit der Bereitschaft, unvermeidliche Spannungen professionell zu gestalten. Eine provokante Einladung, Führung jenseits moralischer Beruhigungsformeln neu zu denken.

Als der Zeitgeist noch Hitze hatte – Erinnerungen eines Wildgebliebenen

Eine persönliche Reise durch Cordt Schnibbens „Die Lila Eule“ – und durch meine eigene Jugend voller Aufbruch, Rebellion, Träume und Zweifel.
Kein nostalgisches Zurückschauen, sondern ein Wiederentdecken: Wie viel von unserem Aufbruchsgeist lebt noch in uns?
Ein Text über Haltung, Hoffnung – und die kleine große Kunst, nicht aufzuhören zu glauben.

Anleitung zur Auslösung künstlicher Empörung

Jeder kennt das Problem, das alle ignorieren. Es steht wie ein Elefant im Raum: offensichtlich, unbequem, und kaum einer wagt sich heran. Warum? Weil echte Lösungen wehtun, Grundmauern erschüttern und keine Sympathiepunkte bringen. Doch Schweigen ist keine Option. In meinem Beitrag zeige ich, warum wir mutigere Debatten brauchen – gerade jetzt, in Wahlkampfzeiten, wo Vorschläge schnell zerredet statt diskutiert werden. Es geht um Verantwortung, Weitsicht und die Frage: Wer wirft den ersten Stein?

Die Meinung der Tafelrunde

Die Demokratie steht unter Druck. Liegt es an guten Argumenten ihrer Feinde? Oder an Versäumnisse derjenigen, die sie eigentlich schützen sollten. Hat die Baby-Boomer-Generation, die über Jahrzehnte gesellschaftliche und politische Verantwortung trägt, als Gatekeeper der Demokratie versagt? Statt offene Probleme wie demografische Herausforderungen, soziale Sicherungssysteme oder den digitalen Wandel entschieden anzugehen, werden Risiken ignoriert und notwendige Veränderungen verschleppt. Gleichzeitig vergiften ideologische Grabenkämpfe den demokratischen Diskurs. Schuldzuweisungen und Diskreditierungen verdrängen echte Lösungen, während das Vertrauen in politische Institutionen erodiert. Die Frage bleibt: Wie können wir wieder konstruktiv und zukunftsorientiert handeln, um den Herausforderungen der Gegenwart zu begegnen?

Fundstück: Gemeinsam denken, wirksam verändern!

Stephanie Borgert zeigt in ihrem Buch „Gemeinsam denken – wirksam verändern“, wie nachhaltige Veränderungen in Organisationen gelingen können. Mit dem Werkzeug des organisationalen Diskurses schafft sie einen Ansatz, der tief in der Systemtheorie verwurzelt ist und dennoch praxisnah bleibt. Statt einfacher Rezepte bietet sie einen reflektierten Prozess, der durch Irritation und Reflexion neue Denkmuster und Lösungen fördert. Ein Muss für alle, die Organisationen wirklich transformieren wollen.

Ja was denn nun?

Logik hat Grenzen – das zeigt sich im Unterschied zwischen Landkarten und der Landschaft. Unsere Weltbilder sind keine exakten Abbilder der Realität, sondern Werkzeuge, die uns helfen, unser Leben zu navigieren. Doch das Leben folgt nicht den Regeln der klassischen Logik, sondern einer zirkulären Lebenslogik, die Widersprüche und Paradoxien unvermeidlich macht. Das Politbarometer verdeutlicht diese Dynamik: Während viele den Zustand des Landes kritisch sehen, empfinden sie ihr eigenes Leben als positiv. Statt Widersprüche zu bekämpfen, sollten wir sie als Chance begreifen, neue Erkenntnisse zu gewinnen und unser Denken zu hinterfragen. So können wir bessere Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit finden.

Wertschöpfung durch Wertschätzung? War nur so eine Idee!

Wertschätzung klingt großartig, doch im Arbeitsleben zeigt sich schnell: Sie ist oft ein missverstandenes Ideal. Warum Erwachsene nicht auf Lob angewiesen sein sollten, wieso Abhängigkeit von Anerkennung gefährlich ist und was echte Selbstwertschätzung bedeutet – dieser Beitrag blickt hinter die glänzende Fassade des vielgepriesenen Begriffs und zeigt, warum Organisationen keine „Wertschätzungsglücksspender“ sein können.

Beratung ohne Grenzen

Berater unter sich neigen zu gegenseitig verachtendem Abgrenzungsgebahren. Passt das noch in eine Welt, in der Grenzen an Bedeutung verlieren und fluide Emergenz sich neben fester Struktur emanzipiert hat? Berater sollten eigene Glaubenssätze relativieren und persiflieren können. Die in jedem Beratungsauftrag bittend oder fordernd vorgetragene Frage „Sagen Sie mir, was genau ich tun soll“ verbunden mit der Erwartung eines stets gelingenden Fertigkuchenrezeptes, sorgenfrei und zukunftssicher ohne Risiken und Nebenwirkungen ist der Einstieg in eine Dialogform, die nicht auf Augenhöhe stattfindet, Ressourcen des Kunden klein und unwirksam werden lässt sowie Gefahr läuft, sich nur einem kleinen Ausschnitt des Arbeitsspektrums zuzuwenden. Das mag gut sein für die beratende Zunft, die so Abhängigkeiten und Folgemandate erzeugt. Nachhaltige Lösungen werden so jedenfalls nicht geschaffen.
Ich plädiere hier für mehr Grenzüberschreitung in beratenden Berufen.

Pandemie der Dummheit

Etwas dumm zu nennen halte ich keineswegs für beleidigend. Es ist eine sachliche Beschreibung wie „groß“ oder „klein“, nur dumm ist einfach das Gegenteil von klug, die Abwesenheit von „klug sein“. Klugheit bringt Dinge in einen Zusammenhang, löst Gegensätze auf, verknüpft Informationen widerspruchsfrei, betrachtet Dinge aus unterschiedlichen Perspektiven und ist dazu bereit und in der Lage, persönliche Meinungen zu modifizieren oder zu ändern, sie kann Gefühle von Argumenten unterscheiden und eigene Grenzen akzeptieren. Damit lege ich absichtsvoll die Latte als Maßstab hoch an. Das geht nicht alles und immer gleichzeitig. Wenn aber nichts von alledem geschieht, dann ist das dumm!

Immer neugierig bleiben!

Skeptiker halten alles für möglich. Aber sie zweifeln lieber anstatt einfach zu glauben. Ich habe diese Botschaft schon als Kind mit spielerischem Ernst erfahren müssen. Das lässt mich heute Neugierde und kritische Beobachtung, wissenschaftliche Denkmodelle schätzen. Die Renaissance der Fake-News betrachte ich mit größter Sorge, untergraben sie doch die Fundamente unseres Aufstiegs aus der Dunkelheit des Mittelalters. Vielleicht bring ja die Erkenntnis über die jahrhundertelangen Mühen unserer Evolutionsgeschichte zum Nachdenken. Bei mir hat es nicht so lange gedauert, aber ich musste ja auch nicht bei Null anfangen.