Krise

Die Blindheit vor dem Spiegel

Unterscheiden ist ein wichtiges Mittel der Begriffsbildung. Ohne Unterscheidung und Bezeichnung läuft nichts, ja nicht einmal nichts. Der Reflex, jede Unterscheidung mit einer Bewertung zu verbinden ist zum festen Bestandteil unseres Weltbildes geworden. Das nennen wir auch „schwarz-weiß-Denken“, es ist mechanistisch wie überhaupt das Denken in unserer industrialisierten Welt. In asiatischen Kulturen zum Beispiel gilt eher die Maxime „lerne unterscheiden ohne zu trennen“. Das Problem ist nicht der Schatten anderer Sichtweisen, sondern der eigene!  Dabei geht es nicht um Egalisierung oder irgendeine „goldene Mitte“! Wir müssen unterscheiden und verstehen lernen, ohne in das trennende Gut-Böse-Schema zu verfallen.

Die Hölle, das sind die Anderen!

Mich erfüllt der Zustand einer fortschreitend gespaltenen Welt mit wachsendem Gruseln. Im kalten Krieg standen sich nur zwei waffenstarrende Weltmächte zähnefletschend gegenüber. Die spaltenden Gräben rücken heutzutage immer näher. Alles wird polarisiert: der Präsidentenwahlkampf, der Brexit, das Tempolimit, die Seenotrettung Flüchtender, Frauenquote, die Maskenpflicht, Europa, Windräder oder die sexuelle Orientierung. Polarisiert meint wirklich polarisiert, nicht „wir haben da mal eine unterschiedliche Meinung“. Die könnte ja sinnvoll sein, erkenntnisfördernd. Vorausgesetzt man hört zu, recherchiert, denkt mal nach, ist kritisch, selbstkritisch, ist offen für Neues, traut sich mal was. Ich beobachte mehr sich gegenseitig bestärkende Lagerbildung. Alle wissen alles besser, sie sind sich nur über die Details noch nicht einig. Die Lager entfremden sich, werden unversöhnlicher, kleinteiliger, grundsätzlicher.

Nichts ist, wie es scheint!

Mal wieder eine Pu-Geschichte. Wir finden das Leben oft paradox, weil es sich weigert unserer Logik zu folgen. So muss dann das Leben als Sündenbock dastehen, wobei wir besser unsere Vorstellungen von der Welt kritisch hinterfragen sollten. Vielleicht sind Eules Ideen ja doch nicht so zufällig sondern Ergebnis von viel Verstand und Erfahrung. Könnte ja sein, dass Ferkels Bild von den Fähigkeiten und Eigenschaften seiner Freunde grundlegend falsch sind und mehr über seine ängstliche zweifelnde Sicht auf die Welt aussagen als über seine Kumpel. Vielleicht ist ja alles ganz anders als wir glauben?

Ein Blick in den Spiegel – Special für beratende Berufe

Viele Selbstständige in beratenden Berufen und kleine Unternehmen kämpfen um ihr Überleben. Klassische Formate und Arbeitsweisen gehen im Moment so gut wie nicht. Krise zeigt gnadenlos Schwachstellen unserer Systeme auf, auch die des Systems Beratung in der Wirtschaft. Da ist es klug, mal einen Rückblick auf große Linien der jüngsten Beratungsgeschichte zu werfen. Nicht, weil darin Antworten liegen, sondern weil es hilft, nicht falschen Illusionen nachzulaufen. Denkwerkzeuge sind eben keine Rezepte. Erst mal müssen wir überleben. Dann braucht es neue Ideen, wie beratende Berufe in Zukunft aussehen werden. Mein Gefühl sagt mir: Anders wird es werden. Wie genau, ja wenn ich das wüsste ……