Krise

Ich kann schneller …

Wir bauen künstliche Intelligenz, weil sie uns leistungsfähiger macht. Und gleichzeitig wächst die Sorge, dass sie uns irgendwann über den Kopf wachsen könnte. Das klingt widersprüchlich – ist es aber vielleicht gar nicht. Denn hinter der diffusen Angst vor KI stecken sehr unterschiedliche Gefahren: mächtige neue Werkzeuge, gesellschaftliche Veränderungen und die Möglichkeit eines Kontrollverlusts. Und dahinter lauert ein ziemlich altes Menschheitsproblem: Was für den Einzelnen vernünftig ist, kann für alle zusammen ziemlich bescheuert sein.
Vielleicht sollten wir deshalb weniger darüber reden, ob Maschinen irgendwann wie Menschen werden – und mehr darüber, was aus Menschen wird, wenn Maschinen Möglichkeiten ihrer Erfinder vervielfachen.

Der Umweg ist das Ziel

Die Welt steht zwischen Hoffnung und Verzweiflung, geprägt von Egomanen, die Manipulation und Spaltung vorantreiben. Doch jede dunkle Epoche birgt das Potenzial für Wandel. Eine neue Definition von Stärke ist nötig: nicht Macht, sondern Kooperation, Empathie und Verantwortung sollten im Mittelpunkt stehen. Schockstarre ist kein Scheitern, sondern ein Signal, innezuhalten und neue Wege zu finden. Geschichte lehrt, dass Fortschritt oft aus Krisen erwächst. Jetzt ist die Zeit, alte Systeme zu überdenken und Hoffnung durch gemeinsames Handeln zu kultivieren. Das Licht mag schwach sein, aber es zeigt uns den Weg.

Das Gelingen lieben lernen!

Optimismus wird die Welt nicht verändern, er kann im Verbund mit Hoffnung allerdings Kräfte und Energien freisetzen. Optimismus allein wäre angesichts der realen bewaffneten Auseinandersetzungen auf der Welt, despotischer Autokraten und bedrohlicher Veränderungen unseres Lebensbedingungen naiv. Die Realität beweist jeden Tag, dass es genügend Anlässe zu Angst und Sorgen gibt.

Schleifen

Es schüttelt mich, ich habe Angst. Angst vor der Welt, Angst vor Umbrüchen im Privaten. Angst ist die Schwester der Hellsicht! Chaos eröffnet Chancen, wir müssen sie nur sehen und ergreifen.Die Welt und wir folgen keinen geradlinigen Entwicklungswegen. Veränderungen haben einen Bogen der Dominanz des Gewohnten. Auf dem Weg zu seinem Höhepunkt zeigen sich erste Risse und Erschütterungen, Vorboten des Neuen. Aus ihnen entwickelt sich der Bogen der Emergenz, wo Pioniere sich vernetzen, neue Wege ausprobiert werden. Das Alte krümmt das Neue, aus einem Gleichgewicht entwickelt sich durch ein Krise, Chaos, Emergenz und Schmerz der Fortschritt in einen neuen Gleichgewichtszustand. Das ist Dynamik, sie ist in der Welt und in persönlichen Entwicklungsprozessen zu erkennen.

Wenn es ernst wird, brauchst Du Humor!

Auf unbekanntem Terrain führen nur Gefühle zu neuen Erkenntnissen, Talente oder Könner zeichnen sich dadurch aus, dass sie „problemlösende Gefühle“ entwickeln. Die sind für andere erkennbar, weil könnende Talente sich seltener irren als andere. Man selbst kann sie bei sich erkennen, wenn eben diese Gefühle so stark sind, dass man bereit ist, einen Irrtum zu riskieren, den Mut zu einer riskanten Entscheidung aufzubringen. Denn im Falle eines Scheitern gibt es wieder nur zwei Optionen: Rückzug, sowas mach ich nie wieder! Oder: Shit happens, auf zum nächsten Mal, Attacke!

Galoppierender Zorn

Ich bin zornig auf uns alle! Vor allem auf unheilige Allianzen von Dummheit, Unfähigkeit und Unwissen. Dabei unterscheide ich sehr wohl zwischen Dingen, die wir demütig wirklich (noch) nicht wissen und Irrtümern, zwischen Gefühlen und Argumenten, zwischen Angst und der fahrlässigen Verbreitung von Falschinformationen, aus dem Zusammenhang gerissener Zitate, der Stimmungsmache durch aufbauschend verbreitete Informationsschnipsel. Ein jedes mag seinen Platz haben, aber auch seine Grenzen.

Rumeiern

Wer rumeiert, kriegt dafür keine Komplimente. Doch was ist eigentlich rumeiern? Wovon müssen wir es unterscheiden? Braucht es die klare Linie? Wenn man nicht so genau weiß, eiert man dann schon rum? Unsere tägliche Pandemie ist ein nützlicher Anstoß darüber nachzudenken. Aber die Gedanken weisen reichen weit über den Anlass hinaus. Die gute alte Welt aus Regeln, Prozessen und Verfahrensanweisungen reicht jedenfalls nicht mehr aus. Jeder, der im Angesicht der Ungewissheit eine klare Strategie einfordert betreibt Augenwischerei und trägt dazu bei, Entscheidungsträger in zu erwartende Versprechen und Entscheidungen zu treiben, die sich hinterher als falsch herausstellen. So beginnen wir einen Kreislauf, der sozialen Konsens erodieren lässt. Wir müssen lernen zu unterscheiden …….

Die Blindheit vor dem Spiegel

Unterscheiden ist ein wichtiges Mittel der Begriffsbildung. Ohne Unterscheidung und Bezeichnung läuft nichts, ja nicht einmal nichts. Der Reflex, jede Unterscheidung mit einer Bewertung zu verbinden ist zum festen Bestandteil unseres Weltbildes geworden. Das nennen wir auch „schwarz-weiß-Denken“, es ist mechanistisch wie überhaupt das Denken in unserer industrialisierten Welt. In asiatischen Kulturen zum Beispiel gilt eher die Maxime „lerne unterscheiden ohne zu trennen“. Das Problem ist nicht der Schatten anderer Sichtweisen, sondern der eigene!  Dabei geht es nicht um Egalisierung oder irgendeine „goldene Mitte“! Wir müssen unterscheiden und verstehen lernen, ohne in das trennende Gut-Böse-Schema zu verfallen.

Die Hölle, das sind die Anderen!

Mich erfüllt der Zustand einer fortschreitend gespaltenen Welt mit wachsendem Gruseln. Im kalten Krieg standen sich nur zwei waffenstarrende Weltmächte zähnefletschend gegenüber. Die spaltenden Gräben rücken heutzutage immer näher. Alles wird polarisiert: der Präsidentenwahlkampf, der Brexit, das Tempolimit, die Seenotrettung Flüchtender, Frauenquote, die Maskenpflicht, Europa, Windräder oder die sexuelle Orientierung. Polarisiert meint wirklich polarisiert, nicht „wir haben da mal eine unterschiedliche Meinung“. Die könnte ja sinnvoll sein, erkenntnisfördernd. Vorausgesetzt man hört zu, recherchiert, denkt mal nach, ist kritisch, selbstkritisch, ist offen für Neues, traut sich mal was. Ich beobachte mehr sich gegenseitig bestärkende Lagerbildung. Alle wissen alles besser, sie sind sich nur über die Details noch nicht einig. Die Lager entfremden sich, werden unversöhnlicher, kleinteiliger, grundsätzlicher.

Nichts ist, wie es scheint!

Mal wieder eine Pu-Geschichte. Wir finden das Leben oft paradox, weil es sich weigert unserer Logik zu folgen. So muss dann das Leben als Sündenbock dastehen, wobei wir besser unsere Vorstellungen von der Welt kritisch hinterfragen sollten. Vielleicht sind Eules Ideen ja doch nicht so zufällig sondern Ergebnis von viel Verstand und Erfahrung. Könnte ja sein, dass Ferkels Bild von den Fähigkeiten und Eigenschaften seiner Freunde grundlegend falsch sind und mehr über seine ängstliche zweifelnde Sicht auf die Welt aussagen als über seine Kumpel. Vielleicht ist ja alles ganz anders als wir glauben?