Komplexität

Die Blindheit vor dem Spiegel

Unterscheiden ist ein wichtiges Mittel der Begriffsbildung. Ohne Unterscheidung und Bezeichnung läuft nichts, ja nicht einmal nichts. Der Reflex, jede Unterscheidung mit einer Bewertung zu verbinden ist zum festen Bestandteil unseres Weltbildes geworden. Das nennen wir auch „schwarz-weiß-Denken“, es ist mechanistisch wie überhaupt das Denken in unserer industrialisierten Welt. In asiatischen Kulturen zum Beispiel gilt eher die Maxime „lerne unterscheiden ohne zu trennen“. Das Problem ist nicht der Schatten anderer Sichtweisen, sondern der eigene!  Dabei geht es nicht um Egalisierung oder irgendeine „goldene Mitte“! Wir müssen unterscheiden und verstehen lernen, ohne in das trennende Gut-Böse-Schema zu verfallen.

Nie wussten wir so viel über unser Nicht-Wissen

Krise ist der Verlust von Selbstverständlichkeiten. Eine nett gemeinte Aufforderung, mich an einem Wissensnetzwerk für Unternehmer aktiv zu beteiligen hat mich nachdenken lassen. Natürlich beteilige ich mich, aber mal wieder nicht mit einem Rezept sondern mit einem Denkwerkzeug. Wo man nichts weiß, gibt es keine Rezepte. Da sind nur Werkzeuge zum Denken und Handeln angesagt.

Kompliziert oder komplex? Was denn nun?

Kompliziert oder komplex? Unser Sprachgebrauch ist da luschig geworden. Beide Begriffe haben Einzug in unsere alltägliche Begriffswelt gehalten, doch wir benutzen sie weitgehen undifferenziert und synonym. Doch genaue sprachliche und begriffliche Unterscheidung hilft, Fehler bei der Lösungsfindung zu vermeiden.

Die geheime Botschaft der Höhlenmaler – Abstraktion & Komplexität

Abstraktion ist die Fähigkeit, sich Dinge vorstellen zu können, die nicht unmittelbar vor unserem Auge existieren. Das Prinzip der Abstraktion ist die Analogie. Worte und Ideen entspringen der Beobachtung von Ähnlichkeiten die helfen neue Ordnungssysteme zu erfinden. Die brauchen wir, um uns in einer komplexen Welt zu orientieren.

Ambiguität – Wo Entscheiden polarisiert

Verständnislücken sind in managementkreisen unerwünscht, Informationslücken sind da schon besser: die kann man anderen in die Schuhe schieben. Bedeutung entsteht immer nur durch Dialog, Interaktion. Wir sollten uns daran erinnern, das in unsicheren Umgebungen diese bedeutsamer sind als schneidige polarisierende oder ausgrenzende Entscheidungen.

γνῶθι σεαυτόν

„Erkenne Dich selbst“ lautet eine Inschrift im antiken Delphi. Zwei Auslegungen wetteifern um die Gunst der Interpreten. Da ist die Warnung vor eigener Selbstüberschätzung. Für die andere zielt die Inschrift auf Selbsterkenntnis ab. Wer um die Begrenztheit des eigenen Wissens weiß, veredelt seinen Charakter.

Regel gut, alles gut?

Wer Regeln befolgt kann schon mal nichts mehr falsch machen. Doch das ist ein Trugschluss. Das gilt bestenfalls dort, wo sich alles wiederholt und Überraschungen ausgeschlossen sind. Doch wo ist das so? Bei regelhafter Steuerung sind Unternehmen nicht schlauer als ihre Regeln. Umgekehrt wäre besser.

Dumm macht schlau!

Im wilden Westen war es niemals gut, zu viel zu wissen. Noch gefährlicher wird es nur, wenn Wissen nur in unserem Glauben vorhanden ist. Fehler oder Irrtümer sind die Folge. Wir können nur Probleme lösen, die wir wirklich verstanden haben. Aber genau das ist in einem komplexen Umfeld eigentlich gar nicht möglich. Also brauchen wir eine Idee!

Haste mal n Seminar für mich?

Hast Du ein Problem? Bestimmt gibt es eine Schulung oder ein Seminar, dass weiterhilft. Denkste! Das mögen Seminaranbieter gerne vorgaukeln und leichtfertige Entscheider oder Weiterbildungsfanatiker gerne aufgreifen. Doch Seminare lösen bestenfalls den kleineren Teil der Probleme.

Nachgefragt im Interview: Mut

Jeder braucht Mut! Selbst Nichtstun ist ein Risiko. Ich zum Beispiel stehe genau deswegen jeden Morgen mutig auf und unterstütze meine Kunden darin wie im Fußball das Tor zu finden, geeignete Stollen auszuwählen, die richtige Mannschaft aufs Feld zu schicken, … Und in den Pausen überlegen wir neu.