Kann künstliche Intelligenz gefährlich werden, gerade weil sie ihre Aufgabe besonders gut erfüllt? Ein Gedankenexperiment mit Büroklammern führt zu einer überraschend menschlichen Frage: Was geschieht, wenn Ziele optimiert werden und dabei die unausgesprochenen Nebenbedingungen verloren gehen? Über KI, menschlichen Optimierungswahn – und die Fähigkeit, im richtigen Moment zu sagen: So war das nicht gemeint.
Komplex adaptive Systeme
Kann man nicht machen – Puffer, die emergieren
Wir haben das Rezept. Wir haben zugeschaut. Wir haben es nachgemacht. Die Puffer werden trotzdem nie so wie bei meiner Mutter. Vor Jahren habe ich bereits über die legendären Kartoffelpuffer meiner Mutter und über die Frage „Wissen und Können“ geschrieben. Eine Diskussion über Hartmut Rosas Buch Situation und Konstellation hat diese Erinnerung unerwartet in einem neuen Licht erscheinen lassen. Was haben Kartoffelpuffer mit Sprache, Situationskompetenz, Emergenz und dem Gelingen des Lebens zu tun? Eine kleine Reise von der Küche meiner Mutter zu den großen Fragen menschlicher Erfahrung.
Der große Wurf aus kleinen Teilen
Manchmal ist der große Wurf mehr als die Summe seiner Teile. Ob Architekt oder Künstler – wer nur Zimmer oder Pinselstriche plant, verpasst das große Bild. Hier kannst Du nachlesen, warum wir in einer komplexen Welt nicht einfach Bausteine aneinanderreihen können und was es braucht, damit aus vielen kleinen Teilen ein stimmiges Ganzes wird.
Fundstück: Gemeinsam denken, wirksam verändern!
Stephanie Borgert zeigt in ihrem Buch „Gemeinsam denken – wirksam verändern“, wie nachhaltige Veränderungen in Organisationen gelingen können. Mit dem Werkzeug des organisationalen Diskurses schafft sie einen Ansatz, der tief in der Systemtheorie verwurzelt ist und dennoch praxisnah bleibt. Statt einfacher Rezepte bietet sie einen reflektierten Prozess, der durch Irritation und Reflexion neue Denkmuster und Lösungen fördert. Ein Muss für alle, die Organisationen wirklich transformieren wollen.
Schleifen
Es schüttelt mich, ich habe Angst. Angst vor der Welt, Angst vor Umbrüchen im Privaten. Angst ist die Schwester der Hellsicht! Chaos eröffnet Chancen, wir müssen sie nur sehen und ergreifen.Die Welt und wir folgen keinen geradlinigen Entwicklungswegen. Veränderungen haben einen Bogen der Dominanz des Gewohnten. Auf dem Weg zu seinem Höhepunkt zeigen sich erste Risse und Erschütterungen, Vorboten des Neuen. Aus ihnen entwickelt sich der Bogen der Emergenz, wo Pioniere sich vernetzen, neue Wege ausprobiert werden. Das Alte krümmt das Neue, aus einem Gleichgewicht entwickelt sich durch ein Krise, Chaos, Emergenz und Schmerz der Fortschritt in einen neuen Gleichgewichtszustand. Das ist Dynamik, sie ist in der Welt und in persönlichen Entwicklungsprozessen zu erkennen.
Mittelmaß? Nein danke!
Entweder bist Du Spitzenklasse in dem, was Du tust. Oder Du wirst schnell zur Commodity, weil die Originalität Deines Beitrags zum Gelingen dieser Welt nicht ins Gewicht fällt oder epigonenhaft (nachahmend) bleibt. Das Paradox der Wertepolarisierung: in unserer verbundenen Welt wird die die Kluft zwischen den Habenden und den Nicht-Habenden größer, beim Vermögen und beim geistigen Eigentum. Diese Botschaft erschreckt doch erstmal, oder? Worin bin ich denn Spitze? Champions-League? Wer sind eigentlich meine Epigonen und wo kann ich sie finden? Im schlimmsten Fall gibt es keine, bin ich dann Commodity? Mittelmäßigkeit ist jedoch kein Schicksal. Allerdings braucht es ein neues Verständnis, neue Tugenden und Fähigkeiten. Was tun kann ein jeder schon. Weiterlesen wäre ein Anfang …..
Organisation und Chaos
Organisation ist, wo alles seine Ordnung hat, jeder tut was er soll, alles steht an seinem Platz, der Café schmeckt auch immer gleich. Manchmal gut, meistens schlecht. Immer die gleichen Gesichter, wiederkehrende Rituale, die Argumente sind auch immer dieselben. Alles bekannt, das Meiste jedenfalls. Organisation ist die Antithese von Chaos! Oder?
Ich spüre die aufkommenden Zweifel. Ist das wirklich so? Echt? Haben wir tatsächlich alles im Griff? Tut die Organisation, was wir organisieren?
Ist BANI das neue VUCA oder was?
Viele Autoren meinen, BANI beschreibe den Zustand der Welt besser als VUCA, es sei an der Zeit neu nachzudenken, neu zu verstehen. Ich will mich auf diese Diskussion gar nicht einlassen, sie ist letztlich Haarspalterei. Ob nun nicht Sprödheit und Anfälligkeit für Bruchstellen Folge großer Schwankungen ist, Unsicherheit immer Ängste auslöst, Non-Linearität nicht eines der Merkmale komplexer Systeme ist und Mehrdeutigkeiten nun mal für unser nach Erklärungen lechzendes Gehirn schwere Kost sind, das alles lassen wir mal dahingestellt. Das macht es weder besser noch schlechter. Mich beschleicht bei aller Sinnhaftigkeit des „immer mal wieder Nachdenkens“ bloß der Verdacht, dass da mal wieder eine neues Sau durchs Dorf getrieben wird mit wenig substanziell Neuem.
Die unsichtbare Macht informeller Netzwerke
Was machst Du, wenn Du eine Information brauchst, einen Hinweis, einen guten Tip oder einen freundschaftlichen Rat? Ich durchforste in Gedanken mein informelles Netzwerk nach passenden Menschen meines Vertrauens. Informelle Netzwerke haben den geringsten Energieverbrauch, um Meinung, Information, Hinweise, und Tips zu erhalten, die eben nicht jeder erhält. Oder die auf dem freien Markt (hier: auf anderen als informellen Wegen) überhaupt nicht, in geringerer Qualität oder nur mit großem Energieaufwand zu beschaffen wären. Informelle Netzwerke bestehen hauptsächlich aus guten Beziehungen, sie basieren auf Ansehen, Vertrauen, gemeinsamen Erlebnissen und Erfahrungen. Es dauert lange sie gedeihen zu lassen, sie können sich in Sekunden auflösen, eine Störung kann zu viel sein.
Galoppierender Zorn
Ich bin zornig auf uns alle! Vor allem auf unheilige Allianzen von Dummheit, Unfähigkeit und Unwissen. Dabei unterscheide ich sehr wohl zwischen Dingen, die wir demütig wirklich (noch) nicht wissen und Irrtümern, zwischen Gefühlen und Argumenten, zwischen Angst und der fahrlässigen Verbreitung von Falschinformationen, aus dem Zusammenhang gerissener Zitate, der Stimmungsmache durch aufbauschend verbreitete Informationsschnipsel. Ein jedes mag seinen Platz haben, aber auch seine Grenzen.